fire fighting since 1904

1990 bis jetzt

1989  Die Wende

1989 öffneten sich die Grenzen und nun begann auch bei unserer Wehr eine neue, andere Zeit.
Bereits Anfang Dezember kam es zu den ersten Kontakten zu den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lübars. Erfahrungen wurden ausgetauscht und weitere Aktivitäten vereinbart.
Bei der letzten großen Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehren des Stadtbezirkes Pankow
im Mai 1990 waren Kameraden aus Lübars als kritische Beobachter anwesend.
Die durch den letzten Brand baufällige Feldscheune in der Schildower Straße wurde zum Einsturz gebracht,
angesteckt und dann erfolgreich von den Kameraden Freiwilligen Feuerwehren Pankows gelöscht.

Die zu dieser Zeit immer noch bestehenden Grenzanlagen  verhinderten
einen direkten Straßenverkehr zwischen Lübars und Blankenfelde. 
Im Juni 1990 wurde auf Initiative des Wehrführers von Lübars, Helmut Qualitz, kurzerhand beschlossen,
den Übergang an der Blankenfelder Chaussee zu öffnen.  Mit Technik wurde die Mauer geöffnet und die Straße befahrbar gemacht.
Die Öffnung dieses Übergangs wurde am 8. Juni 1990 von den beiden Feuerwehren im Beisein des damaligen Bezirksbürgermeisters von Reinickendorf, Detlef Dzembritzki , offiziell gefeiert.

Bild T3.1.1  Mauer 1990  Bild T3.1 - 1990-06-08-Grenzffnung

 

Juni 1990
Wir erhielten eine Einladung von der Freiwilligen Feuerwehr Aukrug-Bünzen und nahmen an den Wettkämpfen zum Amtsfeuerwehrtag teil.
Zu dieser Zeit konnten wir noch nicht mit unserem Fahrzeug die Grenze passieren, so dass wir alle notwendigen Gerätschaften einschließlich TS8 in einem gemieteten Bus transportieren mußten.
Wir starteten in der Schnelligkeitsübung und beim Geländemarsch.
Begeistert waren wir von der Gastfreundschaft der Bünzener Feuerwehrkameraden.  

Bild T3.2   Bnzen

1. Januar 1991
Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 wurden auch die Feuerwehren von Berlin zusammengeführt.
Am 1. Januar 1991 wurden wir aus der Obhut  des Rates des Stadtbezirkes Pankow herausgelöst und waren nun der Berliner Feuerwehr unterstellt.
Durch diesen Zusammenschluss kam viel Neues auf uns zu, zum Beispiel:

  1. Wir erhielten eine neue sichere persönliche Ausrüstung (Helm, Stiefel, Einsatzanzug, Ausgehuniform).  Schweren Herzens trennten wir uns von unserem blanken Helm, der gerade paar Jahre vorher eingeführt worden war.
    Bild T HelmeK 
  2. Unsere Dienstgrade wurden denen der Westberliner Feuerwehr angepasst.
  3. Die Ost-Wehrleiter und ihre Stellvertreter mussten in einer geheimen Wahl neu oder abgewählt werden.  Von nun an hießen sie Wehrführer.
  4. Im Bereich Einsatz wurde vieles neu geregelt, z.B. die Lagemeldung und die Berichterstattung über jeden Einsatz.
    Neue Tätigkeitsfelder kamen hinzu. Der Rettungsdienst und die technischen Hilfeleistungen traten von nun an in den Vordergrund. Damit stiegen unsere Einsatzzahlen sprunghaft an.
  5. Alle aktiven Kameraden mussten sich einer neuen Tauglichkeitsuntersuchung (G26/3) unterziehen, deren Ergebnis entschied über den Verbleib im aktiven Dienst.
  6. Gewöhnen mussten wir uns an viele neue Vorschriften und viele Formblätter.
  7. Auch das Recht des Einspruchs bzw. Widerspruchs mussten wir lernen, um unsere Interessen ggf. durchzusetzen.
  8. Die Freiwilligen Feuerwehren sind einer Berufs-Feuerwache zugeordnet, die die Betreuung übernimmt. Unsere zuständige Betreuungswache war anfangs die FW Pankow (2600), deshalb ist die Kennzahl unserer Wehr 2630. Heute ist die Feuerwache Wittenau für uns zuständig.
  9. Die Kameraden erhalten nun für den Einsatz- und Übungsdienst eine Aufwandsentschädigung.
  10. Eine neue Geschäftsanweisung für die Freiwilligen Feuerwehren sollte alsbald in Kraft treten, wurde aber erst im Jahr 2000 eingeführt.
  11. Der Vorbeugende Brandschutz (VB) war nicht mehr im Profil der Freiwilligen Feuerwehr, so wurden fast alle unsere Kameraden des VB in die Ehrenabteilung übernommen.

 

Fahrzeuge 1990 – 1994


Unseren Tanker TLF8-LO gaben wir 1990 ab und erhielten ein Tanklöschfahrzeug TLF-W50. Da bis 1992 bei der Berliner Feuerwehr alle LO nach und nach ausgesondert worden sind, kam ein Löschfahrzeug auf W50 bei uns zum Einsatz.
1994 wurde dann das LF16-W50 durch ein Löschhilfeleistungsfahrzeug LHF 16/16 auf Mercedes ersetzt.  Damit hatten wir erstmals neue Technik wie Schere, Spreizer und Hebekissen sowie 1600  Liter Wasser an Bord.

 

Sonntag, 23. Juli 2017

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