fire fighting since 1904

1904 bis 1945

21. April 1904
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Blankenfelde mit 12 Kameraden.
Der Ort gehörte zu dieser Zeit zum Kreis Niederbarnim und bestand aus einem Stadtgut und eigenständigen Landbauern, er zählte ungefähr 850 Einwohner. Gemeindevorsteher war August Jurich.

Bereits seit August 1889 waren in Blankenfelde auf Beschluss der Gemeindevertretung eine Feuerlöschspritze Nr. 324, ein Mannschaftswagen und ein Wasserwagen angeschafft worden.

1904 – 1911  Wehrleiter (damals Oberführer) Wilhelm Linow 

 Bild 00-A - Wilhelm Linow
Unter der Leitung von Wilhelm Linow und den Kameraden Hermann Sonnabend als Utensilien-Verwalter und Karl Staab als Kassen-Rendant wurde die Wehr mit sämtlichen Ausrüstungsgegenständen aufgebaut. Die Ausbildung der Kameraden wurde von dem Oberführer der Buchholzer Wehr vorgenommen.
Am 13. November erfolgte dann im Beisein von Verbandsvorsitzenden Spindler und Kreisbrandmeister Kiesel die Abnahme unserer Wehr. 
Die Fahrzeuge, ein Spritzenwagen mit Handdruckspritze und ein Mannschaftswagen , beide durch Pferdekraft gezogen, standen im Spritzenhaus, das sich neben der heutigen Feuerwache befand.

 

Unsere Wehr im Jahr der Gründung vor dem Steigeturm mit ihren Fahrzeugen.

 

Bild 00-B Wehr 1904

Der alte Mannschaftswagen wurde 1906 versteigert und für den Erlös wurden 100 m Hanfschlauch mit je 10 m Länge angeschafft. Vor dem Spritzenhaus wurde gepflastert und am Steigeturm wurde eine Schlauchtrockenvorrichtung im Jahre 1907 hergestellt.

Auch die Blankenfelder Bürger wurden zur Hilfeleistung bei Feuer angehalten. Die Gemeindevertretung beschloss im März 1907, dass jeder Hausbesitzer verpflichtet ist,  bei Ausbruch eines Feuers im Ort je einen Mann sofort zur Hilfeleistung an der Feuerspritze zu stellen.

 


Die Alarmierung der Kameraden bei Feuer erfolgte in den ersten Jahren durch Albert Müller, genannt Kanonen-Albert, der mit einer Glocke durchs Dorf lief.

Bild 00-C - Feuermeldestelle

Auf dem Foto des Hauses von Wehrleiter Wilhelm Linow ist zu erkennen, dass hier die Feuermeldestelle war.
Eine weitere Feuermeldestelle befand sich in späteren Jahren in der Buchholzerstraße bei Gustav Berkholz. Er lief dann zum Stadtgut und betätigte eine Glocke, die sich an einem Pfeiler an dem Ausgang der Berliner Straße befand. Meistens ist dann der Kamerad Georg Tinius mit einer Glocke durch Blankenfelde gelaufen und hat die Kameraden gerufen und die Einwohner informiert.

 

1911 – 1912 Wehrleiter Bernhard Gutschmidt 

  Bild 00-D - Bernhard Gutschmidt   
                       
Der Mühlen- und Bäckermeister war nur ein Jahr Wehrleiter in Blankenfelde, bevor er im April 1912 plötzlich verstarb.

 

1912 – 1939 Wehrleiter Felix Berkholz   

   Bild 00-E - Felix Berkholz
 
Der Friseurmeister Felix Berkholz war bereits ab Mai 1905 als Utensilienverwalter für die Ausrüstung und Geräte unserer Wehr verantwortlich. Im Juni 1912 übernahm er das Amt des Oberführers, das er dann für 27 Jahre ausübte.
Nur kurze Zeit, während des 1. Weltkrieges,  lag die Führung unserer Wehr in den Händen des Schmiedemeisters Emil Hübeler.

 

 

1920
Am 1. Oktober 1920 trat das Groß-Berlin-Gesetz in Kraft. Pankow und auch Blankenfelde kamen als 19. Verwaltungsbezirk zu Groß-Berlin.
Bis 1924 waren in die Berliner Feuerwehr 65 Freiwillige Feuerwehren integriert worden.  Die Freiwilligen Feuerwehren und die Berufsfeuerwehren wurden mit einer einheitlichen Ausrüstung ausgestattet, um eine reibungslose Zusammenarbeit vor Ort zu gewähren.

1924
Die Freiwilligen Feuerwehren wurden in einem eigens für sie gebildeten eigenständigen „Verband der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Berlin“ zusammengefasst.  Unsere Wehr zählte zu dieser Zeit 16 Kameraden.

Einsätze in  1920er Jahren
Ältere Kameraden erinnerten sich, dass 1928 die Feldscheune in der Schildower Straße brannte. Es kamen ungefähr 30 Feuerwehren hierher nach Blankenfelde, teils motorisiert und teils auch mit Pferdekraft. Da manche Wehren auf Feuerschein gefahren waren, wussten sie nach Beendigung der Löscharbeiten nicht, wo sie waren, denn Blankenfelde war sicher sehr selten das Ziel von Einsätzen, vor allem von Feuerwehren aus der „Stadt“.

Ein weiterer Einsatz ist uns auch durch Erzählungen von älteren Bürgern bekannt. Ein Bauer fuhr mit seinem gerade neu erworbenen Pferd Schlick aus den Absetzbecken der Rieselfelder. Warum auch immer, er landete mit seinem Gespann inmitten eines Rieselbeckens.  Die Blankenfelder Feuerwehr half, Pferd und Wagen wieder auf den Weg zu bringen. Frau Gisela Schulz erinnert sich an diesen Einsatz besonders, da ihr Vater Friedrich Johnsdorf von diesem Einsatz mit fürchterlich stinkender Uniform zurückkam.


 

1930
Die Handdruckspritze wurde durch eine Motorspritze ersetzt.  

1932
Stolz präsentiert sich unsere Wehr um den Wehrleiter Felix Berkholz mit der Motorspritze vor dem Steigeturm, der Ende der 40er Jahre abgerissen worden ist.


Bild 00-F Wehr 1932

Die Kameraden an einem Übungsabend an der Motorspritze im Jahre 1932 am Köpchensee

Bild 00-G - Motorspritze 1932

Im März 1935 wurde das Sonderreferat FFB (Freiwillige Feuerwehr Berlin) eingerichtet. Dieses hatte u.a. für die einheitliche Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren zu sorgen. Es wurde festgelegt, welcher F-Zug (so hieß es nun) als Normalzug mit  2 Fahrzeugen und welcher als Halbzug mit einem Fahrzeug zu gelten hatte. Die mit Pferden bespannten Fahrzeuge wurden außer Dienst gestellt.

Bis 1937
In Blankenfelde fuhr die Feuerwehr bis zu dieser Zeit mit pferdebespannten Fahrzeugen.
Für jeden Einsatz wurden 2 Gespanne vom Stadtgut gestellt. Desgleichen haben auch Kameraden der Feuerwehr, die einen landwirtschaftlichen Betrieb besaßen, angespannt. Am Ende eines Einsatzes wurde immer festgelegt, wer beim nächsten Einsatz anspannt. 
Als Entschädigung erhielt der zuerst an der Brandstelle erschienene Gespannführer 5 Mark und der zweite 3 Mark.

Eine Feuerwache im heutigen Sinne gab es zu dieser Zeit noch nicht. Es existierte ein Spritzenhaus auf dem Grundstück der Hauptstr. 14  (neben der heutigen Feuerwache). Dieses Spritzenhaus war ein massives Haus, das zuerst die pferdebespannten und dann die motorbetriebenen Fahrzeuge beherbergte. Ebenfalls waren dort die persönlichen Ausrüstungen untergebracht.

 

 

1937
Die Feuerwehr Blankenfelde erhielt ein erstes Motorfahrzeug, einen Stöwer Pkw mit TS-Anhänger.

Bild 00-H - Stwer

Damit wurde unsere Freiwillige Feuerwehr als Halbzug eingestuft.

Um 1938
In Vorbereitung des 2. Weltkrieges wurden die Aufgaben um den Luftschutz erweitert. Flächendeckend sind Sirenen installiert worden.
In Blankenfelde war die Sirene auf dem Dach des Stadtgutes angebracht worden (bis 1994 ertönte sie von dort).  Allerdings erfolgte die Alarmierung bei Feuer noch nicht über diese Sirene, dies geschah erst in den Jahren nach Kriegsende.
Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte über eine mit Pressluft betriebene Sirene (Tyfone), diese war auf dem Haus Hauptstrasse 27 installiert worden. 
Der Kamerad und Wehrleiter Felix Berkholz betrieb in diesem Haus seit ca. 1930 sein Friseurgeschäft und war damit immer bereit, die Sirene auszulösen.


 

 

1939 – 1945 Wehrleiter Erich Berkholz

   Bild 00-I - Erich Berkholz

Der Sohn des bisherigen Wehrleiters, ebenfalls Friseurmeister, führte unsere Wehr durch die Jahre des 2. Weltkrieges.

 

1939
Unsere Wehr hatte 25 Kameraden.

Eine Bestandsaufnahme aller Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr vom 14. Februar 1939 belegt für Blankenfelde einen geschlossenen Angriffswagen Daimler Baujahr 1928 mit 36 PS für den aktiven Dienst.

Noch im gleichen Jahr erhielt unsere Wehr einen neuen Mannschaftswagen Opel mit TS-Anhänger eine Kraftspritze KS 25. Beide Fahrzeuge wurden allerdings gleich zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 zum Kriegseinsatz nach Berlin abgeholt. Über den Verbleib der Fahrzeuge ist uns nichts bekannt.

Alle Blankenfelder Feuerwehrmänner wurden sofort am 1. September 1939 zum Kriegsdienst eingezogen, wo sie im Anschluss in den verschiedensten Feuerwehr-Dienststellen im Einsatz waren.

Durch die Einberufung der Feuerwehrmänner zum Feuerwehrkriegsdienst war der Bestand unserer Wehr sehr stark dezimiert. Außerdem waren alle anderen jungen Männer durch die Wehrpflicht irgendwo an der Front eingesetzt. Die notwendigen anfallenden Löscharbeiten, zum Beispiel Feuer durch Brandbomben an Häusern und Scheunen, wurden von den wenigen alten Feuerwehrleuten gemeinsam mit den Einwohnern vorgenommen.

Zum Beispiel wurde bei einem Angriff durch Brandbomben am 18. November 1943 die Scheune in der Hauptstrasse 58 vollkommen zerstört. Die Löscharbeiten mussten wegen Fehlens von Wasser mit Jauche vorgenommen werden.

Am 5. Dezember 1944 brannte durch Bomben die Scheune Hauptstrasse 43 nieder, die ersten Löscharbeiten hat die Familie Neuendorf mit Arbeitern und Nachbarn durchgeführt. Tagelang noch kamen Angehörige der Feuerlöschpolizei.

Ein Standort der Feuerlöschpolizei in Berlin war die Feuerwache Blankenburg. Von hier aus wurde bei Notwendigkeit auch nach Blankenfelde ausgerückt. Längere Zeit tat hier unser Kamerad Adolf Liedke seinen Dienst.

 

                                                                                                          Maritta Schödel

 

Mittwoch, 20. September 2017

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